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Dienstag, 9. August 2009 Peter Merten (Tatanka)
Bislang haben wir die Value-Bet, die Blocking-Bet und die Continuation-Bet vorgestellt. Zum Abschluss dieser kleinen Reihe ist das Thema heute die Probe Bet und der Versuch, über die Abgrenzung der verschiedenen Bets zueinander ein klareres Bild von der eigenen Pokerstrategie zu gewinnen.
Die Probe-Bet ist das passive Gegenstück zur Continuation-Bet. Beide ähneln einander sehr, unterscheiden sich aber dann in einer sehr wichtigen Sache: während die Continuation-Bet die Fortführung einer preflop eingeleiteten Aktion ist, ist die Probe-Bet die erste aktive Aktion innerhalb einer Spielrunde, bei der man bislang nicht die Initiative übernehmen konnte oder wollte.
Mit der Probe-Bet werden für gewöhnlich zwei Ziele angestrebt. Zum einen gibt sie dem ausführenden Spieler die Möglichkeit, den Pot sofort zu gewinnen, zum anderen dient sie dem Gewinn von Informationen über die Stärke der gegnerischen Hand.
Die Reaktion des Gegners gibt einem eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie man die eigene Hand weiterspielen sollte.
Die Probe-Bet ist nicht auf den Aktionsbereich zwischen Flop und Turn festgesetzt so wie die Continuation-Bet. In manchen Runden macht es Sinn, den Flop zu checken, und die Probe-Bet erst auf dem Turn zu setzen.
Aus Gründen der Vollständigkeit seien an dieser Stelle noch die Forced-Bet und die Bluff-Bet genannt. Bei der Forced-Bet handelt es sich um den Mindest- oder Zwangseinsatz, wie z.B. die Blinds beim Texas Hold’em. Die Bluff-Bet ist das, was sie benennt: eine Bet, hinter der sich ein Bluff verbirgt.
Was ist nun der Sinn hinter der klaren Abgrenzung und Definition der einzelnen Bets zueinander?
Zuerst einmal helfen sie, die eigene Strategie klarer zu definieren. Für einen Pokerspieler ist es wichtig, genau zu wissen, weshalb er tut, was er tut und welches Ziel er mit seinen Aktionen verfolgt.
Wer eine Probe-Bet setzt, möchte Informationen über die Stärke der gegnerischen Hand einkaufen und ist, wenn er sich ein reraise einfängt, bereit, die eigene Hand aufzugeben, weil er genau die Antwort erhalten hat, nach der er gefragt hat. Ein Spieler, der mit einem Draw setzt, um zu sehen, was sein Gegenüber macht und seinen nächsten Schritt dann von dessen Reaktion abhängig macht, hat eher keine klare Vorstellung, wie er seine Hand weiterspielen soll.
Die genaue Unterscheidung der verschiedenen Bets setzen einen Spieler in die Lage, schon zum Zeitpunkt der Bet genaue Aussagen darüber zu machen, wie er die Hand weiterspielen will, noch bevor der Gegner reagiert hat.
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