Dienstag, 4. August 2009 Peter Merten (Tatanka)
Wie alle wichtigen Dinge beim Poker, die zuerst schlicht und einfach daherkommen, verliert auch die so leicht zu überschauende Aktion BET schnell ihre Unkompliziertheit, wenn man erst mal begonnen hat, sich eingehender damit zu beschäftigen.
So haben sich über die Zeiten und verschiedenen Varianten einige voneinander unabhängige und in ihrer Bedeutung unterschiedliche Arten entwickelt, wie man seine Chips setzen kann. Wir werden nachfolgend die wichtigsten davon vorstellen, angefangen bei der Blocking Bet, über die Continuation Bet (die sicherlich die bekannteste Form des setzens ist), und die Probe Bet bis hin zur Value Bet. Beginnen werden wir heute mit der
Blocking Bet
Es gibt wenige Spielzüge im Poker, die so einfach anmuten und so schwer durchzuführen sind wie eine Blocking Bet.
Das Konzept, das sich dahinter verbirgt, beruht auf der Überlegung, das der Einsatz, den man tätigt, den Gegner davon abhalten soll, einen höheren Einsatz zu bringen, um so die nächste Karte, Turn oder River, so billig wie irgend möglich zu sehen.
Bis hierher klingt das alles vernünftig und leicht. Allerdings ist es ein Kunststück für sich, die exakt richtig bemessene Höhe des Einsatzes zu finden. Wer seine Gegenspieler genau beobachtet, dem wird es sicher leichter fallen, die richtige Menge zu setzen, als jemandem, der aufgrund eines Gefühles grob schätzt, setzt und dann hofft.
Viel einfacher findet man die da die richtige Einsatzhöhe für eine
Value Bet
Hinter dem Begriff der Value Bet verbirgt sich tatsächlich genau das, was man vermutet: Man setzt eine bestimmte Menge Chips auf eine gute Hand, von der man zurecht annimmt, dass sie zum Zeitpunkt der Bet die beste Hand am Tisch ist.
Nehmen wir an Herr X ist mit aussichtsreicher Kartenkombination ins Rennen gegangen, z.B.: KhQh. Nach Abschluss der ersten Setzrunde waren nur noch er und der SB im Spiel um den Pot dabei. Auf dem Flop erscheinen Qs7d3h. Herr X hält das Top-Paar mit gutem Kicker. Herr X hat gut getroffen, und will sich auszahlen lassen. Also setzt er.
Er hat wenig Grund, einen großen Pot aufzubauen, auch taugt die Hand nicht wirklich gut für eine Falle.
Wenn der Gegenspieler vom SB aus callt, muss Herr X nach der Turnkarte erneut entscheiden, ob er sich noch immer vorne sieht und dann entsprechend handeln.
Natürlich hat Herr X die Möglichkeit zu checken, und so eine Falle zu stellen
Bei dem oben genanten Flop wird voraussichtlich auch auf dem Turn nicht all zu viel passieren. Es liegen drei unterschiedliche Farben da und die Kartenwerte sind so weit auseinander, das auch kein Straight-Draw droht. Wenn der Gegner von Herrn X also nicht gerade ein Overpair hält oder Two Pair bzw ein Set gefloppt hat, braucht Herr X erst mal nichts zu fürchten. Und doch ist es allemal besser, auf diesem Flop zu setzen. Da Herr X das weiß, setzt er auch eine Value Bet von etwa 2/3 des Pots. Wir wünschen Herrn X viel Erfolg.
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